Aachen -Casino verliert seit Januar jeden vierten Gast
Fürs Aachener Casino wird die Luft buchstäblich dünner: Seitdem in der Spielbank an der Monheimsallee nicht mehr geraucht werden darf, sinken die Besucherzahlen noch schneller.
Sechs Änderungskündigungen für Mitarbeiter im klassischen Spiel seien bereits ausgesprochen worden, sagte Westspiel-Sprecherin Katrin Koch am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung.
Seit Januar verschlimmert sich die Misere: «Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Glücksspielvertrages zum Spielerschutz, wie Identitätskontrollen und Werbeverbot, begrenzten das Glücksspielangebot erheblich», erklärte Koch.
Die vier nordrhein-westfälischen Casinos Dortmund-Hohensyburg, Bad Oeynhausen, Duisburg und Aachen spürten die Auswirkungen schon bis Ende Juni deutlich. In den ersten sechs Monaten seien die Besucherzahlen um 18 Prozent und die Bruttospielerträge um 20 Prozent gesunken.
In der Spielbank Dortmund-Hohensyburg, dem größten Casino Deutschlands, habe der Umsatzverlust immerhin bei 18,3 Prozent gelegen. Der Start des Nichtraucherschutzes zur Jahresmitte habe den Negativ-Trend bei Roulette, Baccara, Poker und Co. verstärkt: Allein in Dortmund-Hohensyburg belaufe sich das Minus mittlerweile auf rund 22 Prozent.
«Die kleineren Casinos - das gilt besonders für Aachen - sind noch weit schlimmer betroffen», sagte Koch. Seit 1974 besteht das Aachener Casino. Die Besucherzahlen sanken seitdem eklatant. Noch 161.000 Gäste zählte man 2007 - wobei das Casino den größten Anteil seiner stagnierenden Umsätze mit dem ausgelagerten Automatenspiel im Kapuziner Karree erwirtschaftet.
2006 führten die Aachener eine Spielbankabgabe in Höhe von 11,5 Millionen Euro an Land, Stadt und die gemeinnützige Wohlfahrtspflege ab. 2007 sank die Summe auf 10,4 Millionen Euro. Für das laufende Jahr muss damit gerechnet werden, dass der Betrag um mehrere Millionen Euro schrumpft. Rund 160 Mitarbeiter sind laut Westspiel im Aachener Casino beschäftigt. Auch hier sind die Zahlen seit vielen Jahren rückläufig.
Keine Standort-Garantie
«Ob und wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird, ist derzeit nicht absehbar», erklärte die Westspiel-Sprecherin. Eine Standort-Garantie für das Aachener Casino - vor allem im Bezug auf das klassische Spiel an der Monheimsallee - könne man derzeit nicht abgeben. «Tatsache ist, wir haben derzeit vier Casinos - darunter ist Aachen», sagte sie. Weitere Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigungssituation seien nicht auszuschließen, hieß es.
Quelle: http://www.aachener-zeitung.de







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