USA verbieten Online-Wettbüros
Aktien von Internet-Glücksspielanbietern stürzen ab
Von WZOnline / APA
Die Aktien der Online-Wettanbieter PartyGaming, Sportingbet,888 Holdings sowie der heimischen bwin sind am Montag massiv eingebrochen, nachdem der US-Kongress ein Gesetz verabschiedete, das den Internet-Wettgesellschaften die Abrechnung der Wetteinsätze erschwert und somit die in den USA erwirtschafteten Online-Gaming-Umsätze zunichte macht.
Die in London notierten Aktien von PartyGaming, dem weltgrößten öffentlich gehandelten Online-Gaming-Unternehmen, sackten heute 58 Prozent ab,888 Holdings, Betreiber des weltgrößten Online-Casinos, verloren 48 Prozent, Sportingbet gaben 69 Prozent nach und bricht die Kaufgespräche mit World Gaming ab, deren Aktien ebenfalls deutlich um 76 Prozent einbrachen. Von den Neuigkeiten ebenfalls stark betroffen waren Empire Online - besitzt unter anderem die Online-Gaming-Marke Club Dice - mit Minus 25 Prozent,Neteller , ein britischer Anbieter von Geldtransfers für Online-Gaming-Gesellschaften verlor 61 Prozent.
Kurseinbrüche
Auch die heimische bwin ist von den Kurseinbrüchen betroffen, die bwin-Aktien verlieren an der Wiener Börse bis gegen 14:40 Uhr knapp 25 Prozent auf 15,67 Euro. Eine Unternehmenssprecherin meinte, die Lage sei derzeit noch recht unübersichtlich, die Auswirkungen des neuen US-Gesetzes auf bwin noch unklar.
Das vor allem von den Republikanern unterstützte Gesetz verbietet Kreditkartenfirmen und Banken auf Kundenwunsch den meist außerhalb der USA ansässigen Internet-Glücksspiel-Unternehmen Geld anzuweisen, berichtete die "Washington Post". Die am Freitag mit großer Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus beschlossene Bestimmung, das dem neuen Hafensicherheits-Gesetz angehängt wurde, benötigt vor Inkrafttreten noch die Unterschrift von US-Präsident George W. Bush.
Damit sei die gesamte Glücksspiel-Industrie im Internet bedroht, die laut Schätzung weltweit zwischen 12 und 15 Milliarden-Dollar (9,5 und 11,9 Mrd. Euro) umsetzt. Vier Wochen vor den Kongress-Wahlen hofften die Republikaner mit dem Beschluss gegen das Internet-Glücksspiel vor allem konservative und religiöse Wähler beeindrucken zu können, so der Vorwurf der Demokraten, von denen aber fast alle auch für das Gesetzespaket stimmten.
Die neue Bestimmung nehme eine "Schattenwirtschaft" ins Visier, die schlicht illegal sei, meinte der der Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion im Senat, Bill Frist. Das kaum zu kontrollierende Glücksspiel im Internet eröffne Geldwäschern und anderen illegalen Geldgeschäften Tür und Tor, meinen die Republikaner. Etwa die Hälfte des Spielumsatzes im Internet wird einem Kongressbericht zufolge in den USA gemacht.
Bereits am Wochenende hatten mehrere Glücksspielanbieter angekündigt, ihre Geschäfte in den USA dann auszusetzen. Sie warnten vor erheblichen Gewinneinbrüchen, da sie einen großen Anteil ihrer Geschäfte in den USA machen.
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